Unsere Material- und Produktionssiegel

Wir möchten unseren Kunden gerne größtmögliche Transparenz in Bezug auf unsere Produkte bieten. Wir sind in vielen Belangen, z.B. was die Materialwahl oder auch unsere Produktionsstandorte angeht, sehr auf Qualität aber auch auf Fairness bedacht und versuchen zudem, möglichst natürlich unterwegs zu sein und wenig Müll zu produzieren. Es gibt aber auch manchmal Gründe, warum wir uns bei bestimmten Materialien oder Komponenten gegen reine Naturfasern entscheiden und eine Beimischung von Kunstfasern oder den Einsatz von Kunststoff bei Bauteilen bevorzugen. Das hat meistens mit der Haltbarkeit und damit Lebensdauer des Produktes zu tun. Wenn wir beispielsweise durch die Beimischung einer Kunstfaser in einem dünnen Hosenstoff die Haltbarkeit der Hose vervielfachen können, halten wir das für eine sehr nachhaltige Lösung, da die Hose dadurch erst viel später durch eine Neue ersetzt werden muss.

Die folgende Erklärung unserer Symbole, die sich in den Beschreibungen der Produkte befinden, soll Transparenz über das Produkt, seine Herkunft und Zusammensetzung vermitteln. Sollten Fragen offen bleiben, schreiben Sie uns gerne an. Das hilft uns, die Erläuterungen stetig zu erweitern und zu verbessern.



Made in Europe

Produkte mit diesem Siegel werden von uns innerhalb der Europäischen Union hergestellt. Und um das gleich klarzustellen: Wenn wir von Produktion in der EU sprechen, reden wir nicht davon, dass ein paar Komponenten hier endgefertigt oder Schildchen eingenäht werden, sondern, dass wir die komplette Verarbeitung hier tätigen – vom Zuschnitt bis zu letzten Qualitätskontrolle! Made in Europe bedeutet in unserem Fall: Hergestellt in Deutschand, England, Polen, Portugal oder Rumänien – je nach Produkt, Spezialisierung des jeweiligen Betriebes und aktueller Auslastung.

Die europäische Nähe erleichtert uns die Kommunikation und den Umgang mit den Partnern und lässt uns als relativ kleine Firma sicher sein, dass faire Bedingungen herrschen, die wir am anderen Ende des Globus nur viel schwieriger sicherstellen können. Denn in der EU herrschen ganz andere Regeln in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen als in vielen anderen Ländern. Ausserdem spart die "heimische" Produktion weite Lieferwege und schont somit unsere Ressourcen, zumal auch der weitaus größte Teil unserer Materialien in der EU hergestellt wird. So kommt z.B. unser Loden aus deutschen Fabrikationen, unser Waxed Cotton aus Großbrittanien und selbst die verwendeten  Gurtbänder werden von deutschen Firmen produziert. Es gibt aber auch Materialien, die wir aus Übersee beziehen müssen, weil wir sie in Europa nicht oder nicht in der gewünschten Qualität finden. Wo nötig, tun wir dies selbstverständlich auch, denn Kompromisse in Sachen Qualität möchten wir nicht eingehen.



Mulesing-Frei

Unser Mulesing-Frei Siegel steht für Wollstoffe (in unserem Fall Loden), in denen wir sichergestellt haben, dass keine Wolle von Schafen verarbeitet wurde, die dem umstrittenen Mulesing unterzogen wurden. Beim Mulesing handelt es sich um eine schmerzhafte Methode, einen Befall mit einem bestimmten Parasiten zu minimieren, indem dem Schaf um den After herum die Haut entfernt wird, damit sich dort der Parasit nicht einnisten kann. Diese Methode erfolgt ausschließlich in Australien, wo der Parasit vorkommt und auf die vom Menschen eingeführten Schafe trifft. Fast alle Lodenstoffe, die wir verarbeiten, sind Mulesing-Frei, da für die Garnproduktion vom Hersteller ausschließlich Wolle aus Ländern ausserhalb Australiens (z:B. Europa, Südafrika und Südamerka) verwendet wird. Produkte, bei denen wir die Wollherkunft nicht sicher einordnen können, verzichten wir auf dieses Siegel, auch wenn es nicht bedeutet, dass dort australische Wolle enthalten ist.



PFC-Frei

PFC (Perflourierende Chloride) sind chemische Kohlenstoffverbindungen, die seit vielen Jahrzehnten unter anderem bei der Imprägnierung von Textilien, besonders im Outdoorbereich eingesetzt werden. Sie sind z.B. in vielen Membranen aber auch in wasserabweisenden Oberflächenimprägnierungen enthalten. Zum einen ist ihr gesundheitlicher Einfluss umstritten und geht bis hin zum Verdacht, krebserregend zu sein. Die Faktenlage ist da nicht endgültig und eindeutig und selbst für uns nicht klar zu verstehen – Grund genug, die Finger davon zu lassen! Der zweite Aspekt von PFC ist die Tatsache, das sehr viele PFC-Verbindungen so gut wie nicht in der Natur abbaubar sind. Sie verbleiben für unfassbar lange Zeiträume in der Natur und werden inzwischen schon im Meerwaser der arktischen Regionen nachgewiesen. PFC-haltige Imprägnierungen haben in Ihrer Funktion klare Vorteile zu umweltschonenden Alternativen. Sie sind z.B. neben wasser- auch ölabweisend und halten deutlich mehr Wäschen aus. Aber wer braucht im normalen Alltag ausserhalb einer Bohrplattform ölabweisende Imprägnierungen? Und nach einer gewissen Zahl von Wäschen ist auch hier der Nässeschutz verbraucht.

Wir benutzen zur Imprägnierung PFC-freie Wachse auf Paraffin- und Bienenwachsbasis oder Silikone. Beides ist in der Natur in einem vernünftigen Zeitrahmen abbaubar (beim Wachs unseres britischen Waxcottons z.B. innerhalb einiger Wochen) und verbleibt nicht über Generationen in der Umwelt. Dafür nehmen wir in Kauf, dass man halt öfter mal nachwachsen muss, wenn einem die Imprägnierung wichtig ist – ein Kompromiss zwischen Nutzen und Umweltschutz, den wir für vernünftig halten.

Schurwolle

Schurwolle

Die Wolle, die in unseren Lodenstoffen und im Wollfilz verarbeitet wird, ist reine Schurwolle. Reine Schurwolle unterscheidet sich von anderen Wollqualitäten (z.B. reine Wolle) dadurch, dass sie keinerlei Anteile von wiederverwendeter, sogenannter Reßwolle enthält. Reißwolle ist zwar eine gute Form des Recyclings, führt aber zu einer deutlich schlechteren Wollqualität, da die viel kürzeren Fasern bei Benutzung aus dem Garn gearbeitet werden können und zu verstärktem Pilling führen – den kleinen Kügelchen, die jeder von billigen Wollklamotten kennt. Schurwolle darf nur Schurwolle genannt werden, wenn sie auch tatsächlich nur aus frisch geschorener und noch nicht zuvor verarbeiteter Schafwolle besteht.

Mit der Bezeichnung "Reine Schurwolle" darf ein Stoff nur bezeichnet werden, wenn er zu 100% aus Schurwolle besteht. Fast alle unsere Lodenstoffe sind aus "Reiner Schurwolle". Es gibt aber auch Ausnahmen: Sehr dünne Wollstoffe brauchen manchmal eine Beimischung von Kunstfaser, damit sie länger haltbar sind und nicht zu leicht verschleissen. In einigen Rucksäcken und Taschen verwenden wir an reibungsintensiven Stellen einen speziellen Loden mit einer Kunstfaserbeimischung, um auch hier die Lebensdauer des Produktes zu verbessern. Hier wird zum Beispiel das Label "Schurwolle" in Kombination mit einer genauen Angabe der Zusammensetzung in der Beschreibung angezeigt (z.B. Oberstoff: Reine Schurwolle, Rückenteil: 80% Schurwolle / 20% Polyamid). 

Echt Leder

Echt Leder

Kunstleder verwenden wir gar nicht. Dort wo Leder zu sehen ist, handelt es sich sicher auch um echtes Leder. Weil dieses für uns ein Qualitätsmerkmal ist, deklarieren wir auch Produkte mit unserem "Echt Leder"-Emblem, bei denen nur kleinere Bauteile aus Leder enthalten sind, wie z.B. die Reißverschlussgriffe bei vielen Kleidungsstücken.



Bio-Baumwolle

Bei der Herstellung von Bio-Baumwolle wird auf den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngern verzichtet. Es werden keine genmanipulierten Baumwollsorten eingesetzt. Unter anderem hat das den Effekt, dass diese Pflanzen eigene Samen produzieren können und der Baumwollbauer nicht auf den Kauf von teurem Saatgut von großen Konzernen angewiesen ist. Auch der Wasserverbrauch, der bei der Baumwollproduktion grundsätzlich sehr hoch ist, ist bei Bio-Baumwolle niedriger.

Wir verwenden dieses Emblem in Bezug auf den in einem Produkt verarbeiteten Stoff. Es kann sich dabei auch um ein MIschgewebe handeln, bei dem aber dann der komplette Baumwollanteil aus Biobaumwolle bestehen muss. So kann zum Beispiel ein klassischer Polycotton, wie er häufig – auch von uns – für leichtere Outdoorhosen verwendet wird, aus 65% recycletem Polyester und 35% Bio-Baumwolle bestehen. er würde dann zwei Labels von uns bekommen, nämlich dieses und das für recyceltes Polyester. An der Produktbeschreibung im Shop erläutern wir dann aber auch noch einmal die jeweilige Zusammensetzung im Detail.



Naturfaser

Mit diesem Emblem markieren wir Produkte, deren Gewebe aus reinen Naturfasern bestehen. Das kann z.B. reine Baumwolle sein, wie in unseren britsichen Waxcotton-Stoffen. Es gibt aber auch noch andere reine Naturfasern, wie z.B. Leinen, Hanf oder Tencel, das aus Baumfasern gewonnen wird. Unser Loden aus reiner Schurwolle zählt zwar auch dazu, hat aber sein eigenes "Schurwolle"-Emblem. Wir beziehen uns mit der Angabe "Naturfaser" auf den Haupt- bzw. Oberstoff eines Produktes, nicht auf Komponenetn, die möglicherweise für die Verarbeitung, Funktion oder Haltbarkeit notwendig sind und aus anderen Maerialien bestehen. Daher machen wir auch in der Beschreibung, falls nötig, noch zusätzliche, weiterführende Angaben zur Zusammensetzung.

Einige Beispiele: Der englische Waxcotton in unsererm Regencape "Wassermann" ist aus einer reinen Naturfaser, nämlich 100% Baumwolle, hergestellt. Komponenten, wie Ösen, Verschlüsse oder der Reißverschluß enthalten aber dennoch Kunststoffe oder Metall. Diese Jacke kennzeichnen wir mit dem Emblem "Naturfaser", da der Oberstoff aus der eben erwähnten reinen Baumwolle ist und nicht aus einem Mischgewebe besteht. Die Outdoorhose "Wanderbux" dagegen ist aus Polycotton, also einem Gemisch aus Polyester und Baumwolle und wird daher von uns nicht als Naturfaser gelabelt, obwohl ein Teil des Garns eine Naturfaser ist.



Recycling-Faser

Mehr und mehr Stoffhersteller bieten Textilien an, deren Kunstfaseranteil aus recycelten Materialen (z.B. alte PET-Flaschen) hergestellt ist. Die Wiederverwendung schont Ressourcen und verleiht dem alten Abfall einen Rohstoffwert, was dazu führt, dass Kreisläufe wirtschaftlich sinnvoll und dadurch auch genutzt werden. Wo wir die Wahl haben und wo Kunstfasern für uns und den Einsatzzweck unserer Produkte Sinn machen, bevorzugen wir also Stoffe aus recycelten Kunststoffen und deklarieren diese dann mit unserem Emblem.





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